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Sommer. Sonne. Hitze.
Nieren schützen!

Porträtfoto von Dr. Frank Conrad. Er ist niedergelassener Urologe und Männerarzt in Köln. Seit 2006 hat er die Urologie am Neumarkt gegründet und sie zu einer der führender Praxen dieser Art in der Regiion entwickelt.

Für viele Menschen sind hohe Temperaturen belastend, für chronisch Kranke und Ältere durchaus gefährlich.

Grundsätzlich sollte man sein Verhalten an die Hitze anpassen und zwischen 11 – 17 Uhr im Schatten oder in klimatisierten Räumen bleiben.

Jedoch können das die Wenigsten. Für die Mehrheit gilt: Schwitzen, schwitzen, schwitzen und das bedeutet Flüssigkeitsverlust für den Körper.

Dieser kann einem wortwörtlich an die Nieren gehen, weil ausgeschwitztes Wasser den Nieren für den Abtransport der Harnsäure und anderer Giftstoffe fehlt. Das ist eine akute Gefahr für die feinen Strukturen der Nieren. 

Um seine Nieren zu schützen, sollte man den entstandenen Flüssigkeitsverlust unbedingt ausgleichen. Das klingt einfach, aber in meiner urologischen Praxis beobachte ich jeden Sommer, dass der Anteil der Patienten mit problematischen Nierenwerten parallel mit den Temperaturen steigt.

Mit den folgenden, einfachen Tipps schonen Sie Ihre Nieren an den kommenden heißen Tagen – und fühlen sich auch insgesamt fitter.

Mehr trinken – aber richtig

  • Besser sind viele kleine Portionen als wenige große. Warten Sie nicht bis sich Durst einstellt, sondern trinken Sie in regelmäßigen Abständen.
  • Etwa ein Glas Wasser (0,25 l) pro Stunde sind ein guter Richtwert – je nach Temperatur auch mehr.
    Stellen Sie sich eine ungekühlte Flasche Wasser in Reichweite.
  • Je nach Geschmack kann etwas Zitronensaft und / oder ein wenig Salz hinzugefügt werden. Gute Alternativen sind abgekühlte Kräuter- und Früchtetees ohne Zucker.
  • Wer stark schwitzt, kann auf Mineralwasser mit hohem Magnesium- , Kalzium- oder Kaliumgehalt zurückgreifen oder isotonische Getränke verwenden.

Besser nicht

  • Zugegeben ist ein kühles Bier oder eine eiskalte Cola verlockend, aber tatsächlich fördern sie den Flüssigkeitsverlust und belasten die Nierenfunktion zusätzlich.
  • Bei Hitze sind Bier, Wein, Kaffee, Cola und Energy Drinks nur noch mehr Stress für die Nieren und den gesamten Organismus.

Richtig essen

  • Wasserreiche Lebensmittel wie Gurken, Wassermelonen, Tomaten, Zucchini und grüne Salate unterstützen die Flüssigkeitszufuhr.
  • Bananen, Spinat, Avocados und Kartoffeln sind reich an Kalium und helfen den Elektrolythaushalt zu stabilisieren.
  • Nüsse, Samen, Vollkornprodukte und dunkle Schokolade (in Maßen) sind gute Magnesiumquellen und beugen Muskelkrämpfen vor.
  • Ganz besonders an heißen Tagen sind Fisch oder pflanzliche Proteine wie Linsen oder Tofu deutlich besser für den Körper als tierisches Eiweiß, weil z. B. rotes Fleisch die Nieren zusätzlich belastet.

Hitzestress bringt die Nieren ans Limit

Bei hohen Temperaturen öffnen sich die Blutgefäße, um Wärme aus dem Körperinneren an die Hautoberfläche umzuleiten. Das Gesicht rötet sich und der Blutdruck fällt ab. Davon ist manch einer / einem schon schwindlig geworden.
Aber was wir als die Hitze typischen Herz-Kreislauf-Symptome wahrnehmen, ist tatsächlich der Beweis, dass die Nieren ihre Arbeit machen, aber möglicherweise schon am Limit sind. Akut hilft jetzt ein Glas Wasser – am besten ungekühlt!

Aus urologischer Sicht gilt die Empfehlung von 40 ml pro kg Körpergewicht pro Tag. Das ergibt rd. 3 l Wasser oder Früchte- / Kräutertee ein pro Tag für einen Erwachsenen mit 75 kg Körpergewicht.
Bei körperlicher Belastung und sehr warmen Temperaturen erhöht sich Flüssigkeitsbedarf entsprechend.

Hitze und chronische Erkrankungen

Etwa die Hälfte der deutschen Bevölkerung hat dauerhafte gesundheitliche Probleme*, die durch Hitzestress massiv verstärkt werden können.
Für diejenigen, die an Diabetes, chronischer Nierenerkrankung oder Herzproblemen leiden, ist Hitzestress potentiell gefährlich.
Entsprechend ist angepasstes Verhalten für diesen Personenkreis wichtig, um gut durch die Hitzewellen zu kommen.
Bitte besprechen Sie auch mit Ihrem Hausarzt, was Sie tun können.

Warnsignale für Nierenprobleme durch Hitze

  • Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel
  • Dunkler Urin oder verminderte Urinmenge
  • Muskelkrämpfe

Anzeichen für akute Gefährdung

  • Übelkeit, Erbrechen
  • Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen
  • Starke Schmerzen im Rücken oder seitlich des Bauches können Hinweise auf Nierensteine oder eine Nierenentzündung sein
  • Herzrasen oder Atemnot

Bei diesen Symptomen könnte ein medizinischer Notfall vorliegen. Bitte Sie in solchen Fällen sofort an den ärztlichen Rettungsdienst unter 112.

* Quelle: https://www.aerzteblatt.de/news/chronische-erkrankungen-in-deutschland-nehmen-zu-38d804db-1e09-4653-baa5-99c7b0886623

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